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Geschichte der spanischen Literatur

Spanische Literatur: Die Avantgarde in Spanien

Die Avantgarde

1908 begannen neue künstlerische Bewegungen in den verschiedenen Bereichen zu erscheinen, die als "-ismen" bekannt wurden: Kubismus, Dadaismus und Impressionismus. Von all diesen Strömungen gewann nur der Surrealismus sehr großen Einfluß, teilweise aufgrund der wissenschaftlichen Basis auf der er beruht, dank den Studien und der Entwicklung der Theorien über die Psychoanalyse.

Eine der Charaktereigenschaften des 20. Jahrhunderts ist die Geschwindigkeit. Die Veränderungen in diesem Jahrhundert folgten mit rasanter Geschwindigkeit aufeinander und die Kunstbewegungen blieben nicht am Rande dieser Entwicklung stehen. Daher können wir sagen, dass alle -ismen in dem Moment ihrer Entstehung auch schon wieder veraltet waren. Daher auch das dreistige Bestreben nach Neuem und das ständige Brechen aller Regeln, eine nach der anderen. Man versuchte die Sprache von ihrem Realitätslaster zu befreien und suchte das Entstehen einer eigenständigen Kunst.

Das Aufeinanderfolgen dieser Veränderungen führte dazu, dass diese Strömungen versuchten Bewegung und Zeit in ihren Kunstwerken einzuführen. "Un automobile ruggente, che sembra correre sulla mitraglia, è più bello della Vittoria di Samotracia." (Ein aufheulendes Auto, das auf Kartätschen zu laufen scheint, ist schöner als die Nike von Samothrake) (Marinetti: Futuristisches Manifest)

Bei der Avantgarde in Spanien handelt es sich größtenteils lediglich um kurzlebige Bewegungen, die nicht durchdringen, aber neue ästhetische Ideen hervorbringen, die großen Einfluß auf die sogenannte "generación del 27" (die Generation von 27) haben.

strong>Ramón Gómez de la Serna: Innerhalb der avantgardistischen Gruppen heben wir Ramón Gómez de la Serna hervor. Mit seinem "Ramonismus" ist er der bedeutendste avantgardistische Vertreter Spaniens Anfang des 20. Jahrhunderts. Er war der Begründer der "Greguería".

Gregería ist ein kurzer Satz, der Metapher und Humor miteinander verbindet. "El elefante es la enorme tetera de la selva." (Der Elefant ist die riesige Teekanne des Urwaldes.)

Diese neue Vision der Welt beschwichtigte das erbärmliche "ich", das von der sogenannten "generación del 98" (die Generation von 98) geschaffen wurde. Mit Ramón (so gefiel es ihm, dass man ihn nannte) gewinnt die Sache, das Außenstehende zu dem "ich", an Bedeutung und wird zum Mittelpunkt der Erde. Der Schriftsteller bemerkt, dass das Außenstehende eine grenzenlose Schöpferquelle ist. Auf diese Weise erschafft er Figuren voller Dreistigkeit, Plastizität und Selbständigkeit.

Hier einige humorvolle Sätze bzw. greguerías:


- El niño intenta sacarse las ideas por la nariz.
- Las flores que no huelen son flores mudas.
- El que tartamudea habla con máquina de escribir.
- la p es la q que vuelve de paseo.
- La B es el ama de cría del alfabeto.
- La ñ es la n con bigote.
- El poeta miraba tanto al cielo que le salió una nube en un ojo.
- Después de nudista se es huesista.
- Las golondrinas son los pájaros vestidos de etiqueta.

Der Ultraismus

Die Ultrabewegung oder der Ultraismus entsteht als spanische Version des Kreationismus von Vicente Huidobro. Auch wenn er in Chile geboren wurde, setzte er seine Segel auf Europa. In Madrid lernt er Rafael Cansinos Assens kennen, der ihn in die spanische Avantgarde einführt. Er reist nach Paris und dort erstellt er das Manuskript von Altazor, el Viaje en Paracaídas (Altazor, die Reise mit einem Fallschirm). Es ist ein Gedicht, bestehend aus einem Prolog und sieben Liedern, das die Reise von Altazor in einem Fallschirm mittels einer hermetischen und geheimnisvollen Sprache wiedergibt. Es handelt sich um eine Reise, die ihn zürück zu den Ursprüngen führt, bis hin zum Primitiven. Die ersten Laute des Menschen, die Reinheit der Sprache zu der der Dichter mittels der Lieder gelangt. Seine Lieder sind prophetisch und von Nietzsches "Así habló Zaratustra" (Also sprach Zarathustra) beeinflusst. Der Dichter ist der Prophet, der in seiner Ursprungsreise spricht. Durch ihn sieht man während dieser Reise ein Europa, das seine Toten des Ersten Weltkrieges begraben hat.

Dieses Gedicht war der Beginn der Ultrabewegung schlechthin (ultra = jenseits von, darüber hinaus). Diese Bewegung versuchte sich von all der bisherigen Literatur zu lösen, die durch den Futurismus und dem Dadaismus beeinflusst wurde. Durch den linguistischen Bruch versucht man das "ich" auseinander zu nehmen.

Die Sprache ist nicht mehr Vertreter der Realität und Kommunikationsmittel, sondern ein eigenes Kunstobjekt.

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