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Geschichte der spanischen Literatur

Spanische Literatur: La Celestina

La Celestina

Im 15. Jahrhundert erreichen italienische Einflüssse die Iberische Halbinsel was zu einer neuen literarischen Strömung führt: Der Humanismus. Der im Mittelalter vorherrschende Theozentrismus kommt zu seinem Ende und der Anthropozentrismus tritt in Erscheinung. Der Mensch ist der Mittelpunkt des Universums oder "das Maß aller Dinge". Es kommt Lebensfreude auf, die Autoren schreiben nicht mehr über die göttliche Liebe und beginnen sich auf die menschliche Liebe zu konzentrieren. Die Texte griechischer Autoren werden wieder eingesetzt. Die Türken haben Konstantinopel besetzt und die gelehrten Griechen bringen diese Werke nach Italien.

Es treten die griechischen Mythen auf und mit ihnen die Komödien und Tragödien der Autoren des Hellenismus. Die Komödien erzählen von den Taten des Volkes, die Tragödien hingegen erzählen von den Taten der Götter und von den klassischen Heldentaten.

Zu dieser Zeit erscheint ein Werk namens "Tragicomedia de Calixto y Melibea", eines der Meisterstücke der spanischen Literatur, dessen Titel durch den Namen einer der Figuren ersetzt wird: Celestina. Das Werk wurde von einem mysteriösen Autor geschrieben, ein gewisser Fernando de Rojas über den nur wenige Daten bekannt sind. Man weiß, dass er in La Puebla de Montalbán geboren wurde, seine Reifeprüfung in Salamanca abschloss und vermutlich ein bekehrter Jude war.

Das Werk ist in Form eines Dialogs geschrieben, als würde es sich um ein Theaterstück handeln. Es ist aber viel zu lang, als dass man es auswendig lernen und auf einer Bühne mit den zur Verfügung stehenden Mittel vortragen könnte. Wie soviele andere Werke, wurde es sicher geschrieben, um in einem Saal vorgelesen zu werden. Zu dieser Zeit war es üblich, dass jeder zur Vorlesung geladene Gast eine der Figuren übernahm und vorlas.

Die Handlung spielt sich in Salamanca ab. Calixto ist ein junger Mann, der Melibea begehrt, ein schönes Mädchen aus dem gehobenen Stand. Um seine Leidenschaft zu stillen nimmt er die Dienste von Celestina in Anspruch, eine Hexe die ein Bordell betreibt, das Calixto und seine Diener häufig besuchen. Celestina schafft es eine Verabredung zwischen dem Liebespaar zu vereinbaren, bis es zu einem tragischen Ende kommt.

Wenn wir Calixto beobachten, der den klassischen Regeln zufolge in die Kategorie eines Helden gehört, ist er nichts weiter als ein Mann, der von seiner Leidenschaft beherrscht wird, was ihn zu einer Komödienfigur macht. Aus dieserm Grund ist der Titel des Buches "Tragikomödie". Melibea ist das Symbol idealiserter Liebe, ihre Unschuld jedoch wird durch das Eingreifen von Celestina und Calixto verdorben. Das Leben der Diener spielt sich in einer Welt am Abgrund der Gesellschaft ab, zwischen Hexen und Prostituierten, die alle unter dem Schutz von Celestina stehen, aber auch ihr Ende veranlassen.

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