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Geschichte der spanischen Literatur

Spanische Literatur: Mester de Clerecía

El Mester de Clerecía (Literarische Gattung aus Kastilien)

Das Mester oder Oficio de Clerecía ist der Beruf der Mönche im Mittelalter. Sie widmeten sich dem Gebet und der Übermittlung der Kultur. Sie gebrauchen zum ersten Mal einen neuen Schreibstil, eine neue Strophe: La Cuaderna Vía. Diese teilt den Text in vier alexandrinische Verse, die in zwei gleiche Halbverse unterteilt sind, was dem Gedicht einen monotonen Rhytmus verleiht. So konnte man sich die Texte, die v.a. der Bildung dienten, leicht merken. Man bedenke, dass eine der literarischen Hauptfunktionen des Mittelalters die Vermittlung von Wissen ist.

Im Buch von Alexandre steht folgendes:

Mester traygo fermoso, non es de ioglaría
Mester es sin pecado, ca es de Clerecía
Fablar curso rimado por la cuaderna via
A silabas contadas que es de gran maestría.

Ich bringe einen herrlichen Beruf mit, es ist nicht der des Gauklers
Es ist ein sündenfreier Beruf, da er aus dem Priestertum stammt
Man spricht in Reimen, nach dem Muster der cuaderna vía
Mit einer bestimmten Anzahl von Silben, welch meisterliche Kunst

(Zweite Strophe aus dem Buch von Alexandre)

Die Texte dieser Gedichtsstrophe sind von Anfang bis Ende in einer strikten und geordneten Reihenfolge geschrieben. Man geht von der volkstümlichen Kompositionsweise, nämlich der Lyrik, zu einem neuen, gebildeten Modell über, das bestimmten strikten Normen folgt.

Diese Schriften nahmen stark an Bedeutung zu, da die Mönchsklöster auf der Strecke des Camino de Santiago (Jakobsweg) lagen. Dieser war die Vebindung zwischen den Reichen im Norden der iberischen Halbinsel und dem Rest Europas. Die Klöster, die auf dieser Strecke gegründet wurden, gehörten dem Benediktinerorden an. Benediktiner, die aus der Region von Cluny stammten. Diese Klöster bewahrten die Kultur der Antike. Dort wurden Texte übersetzt und von Hand abgeschrieben. Die Kopien wurden an die neuen Klöster geschickt.

Der Jakobsweg waren eigentlich mehrere Wege, die über die gesamte iberische Halbinsel bis in die Stadt Santiago de Compostela führten. Eine der Strecken begann im Süden Englands und führte an der galizischen Küste entlang bis nach Santiago. Eine zweite Strecke folgte der antiken römischen Silberstraße. Parallel zur heutigen Grenze zu Portugal, durchquerte dieser Weg die Halbinsel von Süden bis Norden. Die Dritte und Wichtigste, auch Camino Francés (Französischer Weg) genannt, begann und beginnt noch heute in Europa. Die Pyrenäen werden in der Gegend von Roncesvalles überquert was in den Pyrenäen von Aragon liegt. In den katalonischen Pyrenäen gibt es noch einen weiteren Übergang.

Auf dem französischen Weg findet man Klöster und Herbergen, wo die Pilger auf dieser langen Reise unterkamen. Diese Klöster wurden zu wahren Reichtums- und kulturellen Verbindungszentren im mittelaterlichen Europa. Innerhalb dieser Klöster entstand das literarische Werk von Gonzalo de Berceo: "Vida de Santo Domingo", "Vida de San Millán", "Vida se Santa Oria", etc.

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