Wir verwenden Cookies, damit unsere Webseite benutzerfreundlicher für Sie ist. Cookie Mehr Informationen

Startseite » Sprach-Hilfsmittel » Spanische Literatur » Bibliothek » La Araucana

Geschichte der lateinamerikanischen Literatur

Lateinamerikanische Literatur: La Auracana

La Araucana

La Araucana gilt als das erste epische Gedicht Lateinamerikas und erzählt von den Kriegen zwischen den Spaniern und der Mapuche in Chile. Sein Autor, Alonso de Ercilla, war ein Soldat, der an diesen Kriegen teilnahm und zuvor Page am Hofe von Felipe II. gewesen war. Dies bedeutet, dass er eine bessere Bildung als der Rest der Eroberer hatte, was ihm erlaubte mit einem regelrecht künstlerischem Stil über die Kriege zu berichten.

Alonso de Ercilla kam in einer Expedition zur Verstärkung nach Chile, die vom neuen Gouverneur García Hurtado de Mendoza kommandiert wurde.

Die Handlung ist in drei Teile strukturiert, die an drei verschiedenen Daten in Spanien veröffentlicht wurden, 1569, 1578 und 1589. Im Werk erscheinen gleichzeitig geschichtliche und erfundene Ereignisse: von der Hinrichtung des Eroberers Pedro de Valdivia bis hin zu einer Flugreise, die der Autor dank eines indianischen Zauberers unternimmt. Das erlaubt ihm das Geschehen in Europa von der Vogelperspektive aus zu betrachten, einschließlich der Schlacht von Lepanto.

Eine der Erzählungen in La Araucana ist die einer indianischen Frau auf der Suche nach dem Leichnam ihres Mannes unter den Gefallenen in der Schlacht. Diese Erzählung lobt den Mut der Krieger und zeigt Ercillas menschlichen Charakter.

Vor diesem Werk gab es andere, die von der Eroberung Amerikas und von den Schlachten gegen die Eingeborenen erzählten, wie z.B. Naufragios (Schiffsbrüche) von Cabeza de Vaca oder Die Geschichte der Eroberung von Neuspanien von Bernal Díaz del Castillo. Der Unterschied zu diesen Werken ist das der Autor von La Araucana einen richtigen poetischen Erzählungsstil verwendet. Man erkennt den Einfluss des Gedichts Orlando Furioso von Ariosto oder auch der von klassischen Autoren wie Julius Caesar und Sextus Pompeius, die über neue Ereignisse berichteten.

Ercilla erwähnte aus welchen Gründen er dieses Werk verfasste: "...por el agravio que algunos españoles recibirían quedando sus hazañas en perpetuo silencio, faltando quien las escriba; no por ser ellas pequeñas, pero porque la tierra es tan remota y apartada y la postrera que los españoles han pisado por la parte del Perú, que no se puede tener della casi noticia, y por el mal aparejo y poco tiempo que para escribir hay con la ocupación de la guerra, que no da lugar a ello;…” (Alonso de Ercilla). "...da es eine große Benachteiligung für einige Spanier wäre, dass ihre Heldentaten für immer verschwiegen blieben, wenn sie niemand aufschreiben würde; nicht weil es sich um unwichtige Heldentaten handle, sondern weil man durch die abgelegene Lage in Perú, von wo man kaum Nachrichten erhalten konnte, die schlechten Mittel, und die wenige Zeit über die man zum Schreiben während der Kriegsbesetzung verfügt, das man nicht dazu kommt." Aber nebst der Verherrlichung des spanischen Soldaten, verbirgt sich auch eine Bewunderung des Mapuche.

in Don Quijote de la Mancha legt Miguel de Cervantes dem Pfarrer seine eigene Wertschätzung von La Araucana in den Mund. Seiner Aussage nach ist es "einer der besten Bücher über Heldentaten in spanischer Sprache und in Versen geschrieben." (Miguel de Cervantes, Don Quijote de la Mancha, I, cap VI).

Mehr Informationen Jetzt Buchen!