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Geschichte der lateinamerikanischen Literatur

Lateinamerikanische Literatur: Vicente Huidobro

Die literarische Avantgarde: Vicente Huidobro

Die literarische Avantgarde Lateinamerikas begann später als in Europa, wo sie schon nach dem ersten Weltkrieg begonnen hatte. Tatsächlich finden sich Lateinamerikanische Beiträge zu dieser Bewegung eher zum zweiten Weltkrieg hin, aber beide verfügen über ähnliche Elemente.

Die Avantgarden, die man aufgrund der Wortendung ihrer unterschiedlichen Zweige kennt, wie etwa Surrealismus, Kreationismus, Dadaismus etc. auch als "- ismen" bezeichnet, waren Künstlergruppen, in diesem Fall Schriftsteller, die eine Gemeinschaft mit ähnlichen ästhetische Anschauungen gründeten. Solch eine Gruppe gab dann ein Manifest, Magazin oder eine Anthologie heraus, in denen sie ihre ästhetischen Standpunkte erklärten. Als hauptsächliche Charakterzüge dieser unterschiedlichen Strömungen können wir folgende nennen:

Vicente Huidobro

Vicente Huidobro gilt als einer der wichtigsten chilenischen Dichter, zusammen mit Pablo Neruda, Gabriela Mistral und Pablo de Rokha. Er ist der größte Vertreter kreationistischer Dichtung (Kreationismus).

Huidobro wurde am 10. Januar 1893 als Sohn einer wohlhabenden Familie in Santiago de Chile geboren, was ihm die Gelegenheit gab, seine ersten Studienjahre in Europa zu verbringen und die Einflüsse der Europäischen Literatur kennenzulernen. Später studierte er auch an der Chilenischen Universität, wo er unter dem Titel Ecos del Alma (1911) die ersten modernistischen Gedichte schrieb. Er war ebenfalls für die Literaturmagazine Musa Joven und Azul verantwortlich, in dem er einige seiner eigenen Gedichte veröffentlichte.

1914 bereiste er mit seiner Frau und seinen Kindern Europa. Auf der Durchreise durch Madrid traf er Rafael Cansinos Assens, mit dem er einen regen Briefwechsel hielt. Er reiste nach Frankreich und ließ sich in Paris nieder, dem Geburtsort nahezu aller avantgardistischen Bewegungen. Zusammen mit Apollinaire, Tzara und Breton, um einige zu nennen, arbeitete er hier am Magazin Nord-Sud.

1921 erschien die erste Ausgabe des Magazins Creación, von Huidobro begründet und herausgegeben. In diesen Jahren veröffentlichte er viel in Zeitschriften und kam mit vielen berühmten Künstlern in Kontakt, von Miguel de Unamuno bis zu Charlie Chaplin.

1930 veröffentlichte er die ersten Verse seines Meisterwerkes Altazor im französischen Magazin Transition. 1931 reiste er nach Madrid, um dort die Veröffentlichung von Altazor vorzubereiten, zusammen mit Temblor del Cielo, seiner anderen Gedichtsammlung aus dieser Zeit.

Altazor o el Viaje en Paracaídas ist Huidobros Meisterwerk. Es erzählt die Geschichte einer Fallschirmreise, die durch sprachliche Dekonstruktion, ein Abstieg in den Tod ist. Der Titel setzt sich aus „alto" und „azor" zusammen, einem Raubvogel aus der Falkenfamilie.

Während dem spanischen Bürgerkrieg trat er dem Frente Popular bei, auf deren Seite er aktiv kämpfte. Dabei trug er zahlreiche Verwundungen davon, die letztendlich zu der Hirnblutung beitrugen, an der er 1947 in Cartagena (Chile) starb.

Sein letztes Werk, Últimos Poemas, wurde 1948 in Chile veröffentlicht.

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