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Geschichte der lateinamerikanischen Literatur

Lateinamerikanische Literatur: Sor Juana Inés de la Cruz

Sor Juana Inés de la Cruz

Juana Inés de Asbaje y Ramírez de Santillana, als Sor Inés de la Cruz bekannt, war eine der größten mexikanischen Dichterinnen des neuen spanischen Barocks. Ihr künstlerisches Werk ist dermaßen gewaltig, dass man ihr den Spitznamen "Phönix von Amerika" gab. Sie schrieb in Versen und in Prosa, Theaterstücke, Dichtung und Erzählungen.

Sie las und schrieb bereits in jungen Jahren mit großem Interesse, daher wurde sie Nonne, um sich vollständig der Schreibkunst zu widmen. Sie wurde von den Marquisen de la Laguna gefördert, die in dieser Zeit Vizekönige Neuspaniens waren.

Sowohl ihre religiösen als auch ihre weltlichen Schriften sind dem Ende des spanischen Barocks zuzuordnen. Der Konzeptismus von Francisco de Quevedo und Calderón de la Barca, sowie der Kulteranismus von Góngora beeinflussten vor allem ihr lyrisches Werk.

Sie schrieb eine enorme Anzahl von Theaterstücken wie etwa die Komödie Los Empeños de una Casa, die in einigen ihrer Passagen an die Komödien von Lope de Vega erinnert. Außerdem sollte man auch eine Reihe von Autos Sacramentales hervorheben, die sie zum Vortrag auf dem spanischen Hof verfasste.

Sehr bekannt sind ihre Kurzgedichte unter dem Titel "Enigmas", die das Leseverständnis der Leser auf die Probe stellte und die sie im Auftrag der Gräfin von Paredes schrieb, die sie ebenfalls förderte. Diese Kurzgedichte waren für portugiesische Nonnen bestimmt, die die Schreibkunst von Sor Juana besonders mochten und zu der sie Briefkontakt hielten. Diese Nonnen machten handschriftliche Kopien von diesen Gedichten, die 1968 in der Bibliothek Lissabons entdeckt wurden. Aus diesem Grund sind diese Kopien bis heute erhalten geblieben sind.

Ihr wichtigstes Werk ist vermutlich Primero Sueño, und laut ihren Aussagen, das einzige Buch das sie nicht als Auftrag, sondern aus eigener Freude schrieb. Es ist ein umfangreiches Gedicht mit 975 Versen, und auch ihr längstes Gedicht. Es behandelt ein immer wiederkehrendes Thema in der Literatur von Sor Juana: die geistigen Fähigkeiten des Menschen und dessen Unmöglichkeit die Schöpfung zu verstehen. Es ist ein einfaches Thema, in seiner barocken Auslegung jedoch kompliziert. Sie versteht dieses Gedicht zu Ehren des Werkes "Soledades" von Góngora. Das Gedicht weist bereits Einflüsse der Aufklärung vor: Vernunft gegenüber Mythos oder der Sieg des Tages gegenüber der Nacht.

Weitere Werke von ihr sind:

- Neptuno Alegórico
- Carta Atenagórica
- Respuesta a Sor Filotea de la Cruz

Hinzu kommen zahlreiche Lobgesänge, "villancicos" (Tanzlieder, die vom einfachen Volk gesungen wurden), Liebegedichte etc.

Sor Juana Inés de la Cruz starb im früher Alter von 43 Jahren, am 17. April 1695, als eine Pestepidemie nahezu das gesamte Kloster auslöschte. Die Sterberate unter Nonnen erreichte 90%. Ihre sterblichen Überreste wurden in Mexico City gefunden, auch wenn nicht tatsächlich bewiesen werden konnte, dass es ihre sind.

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