Wir verwenden Cookies, damit unsere Webseite benutzerfreundlicher für Sie ist. Cookie Mehr Informationen

Startseite » Sprach-Hilfsmittel » Spanische Literatur » Bibliothek » Martín Fierro

Geschichte der lateinamerikanischen Literatur

Lateinamerikanische Literatur: Martín Fierro

Martín Fierro

José Hernández (1834-1886) ist der Autor dieses Buches, welches laut Leopoldo Lugones das Nationalepos Argentiniens ist: Martín Fierro. Es behandelt das Stereotyp der Figur des Gaucho, Einwohner der Ebenen Argentiniens, Uruguays und dem brasilianischen Rio Grande do Sul. Es ist ein Gedicht, das den freiheitlichen und unabhängigen Charakter dieser Menschen beschreibt.

Nach ihrer Unabhängigkeit von Spanien begannen viele der neu entstandenen Republiken Amerikas nach einer eigenen nationalen Identität zu suchen. Die Figur des gauchos Martín Fierro wird zum Symbol für das Argentinische. In dem Buch finden sich zahlreiche Beispiele des Gaucho-Dialekts, so zum Beispiel der Gebrauch von vos anstelle (voseo genannt) oder das Auswechseln von Buchstaben (juego anstatt fuego, etc.), wofür Hernández von vielen Intellektuellen seiner Zeit kritisiert und für vulgär gehalten wurde.

1872 erschienen, dreht sich der Haupterzählstrang des ersten Teils um die Rekrutierung Martín Fierros in die Armee, um eine Festung vor Eingeborenen zu verteidigen. Er begibt sich jedoch auf die Flucht und wird von der Polizei verfolgt. Auf seiner Flucht trifft er auf Sergeant Cruz, der sich ihm anschließt. Sie fliehen zusammen, um mit den Eigeborenen zu leben, da das Leben in der Wildnis für sie besser ist, als das, was sie in der "Zivilisation" erwartet.

Jahre später, um 1879, gab José Hernández El regreso de Martín Fierro (Die Rückkehr Martín Fierros) heraus. In diesem zweiten Teil ändert er den Plot der Dichtung. Das idyllische Umfeld von Freiheit unter den Indianern erscheint als etwas, das nicht besonders ratsam ist. Stattdessen wird die Anpassung an die Zivilisation gesucht, die im ersten Teil des Werkes, abgelehnt wurde.

Viele der Charaktere des Martín Fierro, beruhen auf realen Personen. In dem Gebiet wo José Hernández aufwuchs Lobería Grande (Mar de Plata) gab es einen rebellischen Gaucho gleichen Namens, wobei Namen und Nachnamen wie diese allerdings recht häufig waren. Am wahrscheinlichsten ist, das Martin Fierro den Charakter des Argentinischen Gaucho um 1880 versinnbildlichen sollte.

Die beiden Bücher über Martin Fierro hatten beträchtlichen Einfluss auf die lateinamerikanische Literatur im allgemeinen und insbesondere auf die Argentinische. Sowohl inhaltlich aufgrund der gewählten Themen, wie auch sprachlich aufgrund der gewählten Sprache, ein weiteres Symbol der argentinischen Nation.

Mehr Informationen Jetzt Buchen!