Wir verwenden Cookies, damit unsere Webseite benutzerfreundlicher für Sie ist. Cookie Mehr Informationen

Startseite » Sprach-Hilfsmittel » Spanische Literatur » Bibliothek » Modernismus in Lateinamerika

Geschichte der spanischen Literatur

Lateinamerikanische Literatur: Rubén Darío

Modernismus in Lateinamerika: Rubén Darío

Zwischen dem 19. und 20. Jahrhundert macht sich in der spanischen und lateinamerikanischen Literaturwelt der Modernismus breit. Der Romantizismus, der Parnasianismus und der Symbolismus beeinflussen diese literarische Strömung sehr und sie findet in den bewundernswerten europäischen Modellen große Inspiration.

Diese Strömung ist eine Auflehnung gegen das spießbürgerliche, und bemüht sich verfeinerte aristokratische Inhalte, sowie neue Literaturformen einzuführen. Das metrische Versmaß wird in der spanischen Poesie erneuert und den klassischen lateinischen Formen näher gebracht. Man könnte sagen, dass der Modernismus in der spanischen Literaturwelt Ausdruck der geistlichen und literarischen Krise Ende des 19. Jahrhunderts ist und die zeitgenössische Lebensweise wiederspiegelt.

Die Themen des Modernismus handeln von Einsamkeit, Sinnlichkeit, Liebe, Erotik, und spiegeln sich in der Idealisierung der Frau wieder. Sie verteidigen auch den Indigenismus und das Spanische, eine Vergangenheit, die dieser Welt Harmonie und Zusammenhalt verleiht. Die Exotik ist in der modernen Poesie ein grundlegendes Element und wird anhand der Rhetorik veranschaulicht: Namen exotischer Blumen wie Lotus oder Magnolie; Materialien wie Seide und Porzellan; Edelsteine wie Jade, Smaragd und Rubin; exotische und mythologische Orstnamen; gehobene Ausdrücke und Gallizismen; all das schafft ein aristokratisches, aber auch ein zuweilen dekadentes Ambiente.

Der Nicaraguaner Rubén Darío ist der wichtigste Schriftsteller des Modernismus, wahrscheinlich auch der einflussreichste dieser Strömung. Aufgrund seiner Berufstätigkeit, zunächst als Journalist und später als Diplomat, hatte er die Möglichkeit verschiedene Länder zu bereisen. So stieß er auf den Einfluss des frazösischen Romantizismus, besonders auf den von Víctor Hugo, lernte Parnasianer wie Gautier und Symbolisten wie Paul Verlaine kennen.

Im Jahre 1898, ein ausschlaggebendes Jahr in der Geschichte Spaniens, erreicht Darío Barcelona. Während seines Aufenthalts in Spanien weckt der Dichter das Interesse und die Bewunderung einer Gruppe von jungen Modernisten, die in die Geschichte der spanischen Literatur eingehen würden. Unter ihnen befanden sich Juan Ramón Jiménez, Ramón María del Valle-Inclán und Jacinto Benavente.

1900 reist er von Spanien aus nach Frankreich um die Weltausstellung in Paris zu besuchen, und in dieser Stadt trifft er auf den jungen spanischen Dichter Antonio Machado, ein Bewunderer von Darios Werk. Es ist nicht überraschend, dass Rubén Darío Anfang des Jahrhunderts einer der einflussreichsten Dichter Spaniens gewesen ist.

Als der Erste Weltkrieg ausbrach kehrte Rubén Darío an seinen Geburtsort in Amerika zurück und versuchte sich für den Pazifismus einzusetzen. Er durchreiste verschiedene Länder bis er 1916 nach Nicaragua zurückkehrte, wo er im Februar desselben Jahres starb.

Zu seinen wichtigsten Werken zählen Azul (1888), Prosas Profanas (1896) und Cantos de Vida y Esperanza (1905).

Mehr Informationen Jetzt Buchen!