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Geschichte der lateinamerikanischen Literatur

Lateinamerikanische Literatur: Magischer Realismus

Der Boom des "neuen Romans"

Ab den 60er Jahren findet in der Lateinamerikanischen Literaturlandschaft eine Revolution statt: Es handelt sich um Erzählungen, die realistische und surrealistische Elemente miteinander verweben und aus beidem eine charakteristische Mischung schaffen. Die Autoren sind auf der Suche nach perfekten Romanen, die eine in sich geschlossene Welt wiedergeben. Bekannte Beispiele sind "Cien Años de Soledad" (Hundert Jahre Einsamkeit) des kolumbianischen Schriftstellers Gabriel García Márquez und Rayuela (Himmel und Hölle) des argentinischen Autors Julio Cortázar.

In Hundert Jahre Einsamkeit bringt uns Márquez nach Macondo, ein fiktives Dorf, das von der Familie Buendia gegründet wird, wo Magie und "Realität" in perfektem Einklang zusammenfließen. Die Welt rund um Macondo nahm dabei bereits in früheren Kurzgeschichten des Autors Gestalt an. Die Entstehungsgeschichte Macondos ist in folgenden Erzählungen und Kurzgeschichten wiederzufinden: La hojarasca, Los funerales de la Mamá Grande o El Coronel no tiene quien le escriba.

García Márquez selbst gab an, dass seine Heimatstadt Aracataca das fiktionale Macondo inspiriert hat und der Name von einer Bananenplantage stammt. Seit seiner Kindheit fiel ihm dieser Name auf, erst als Erwachsener realisierte er, dass ihn die poetische Natur dieses Namens anzog. Die Geschichte Macondos steht stellvertretend für die Geschichte Amerikas: Ursprung, Kolonisierung, der Überlebenskampf einer "magischen Welt"; aber andererseits ist auch Weltgeschichte.

Der Roman spielt sich in einer magischen Welt ab, auch "magischer Realismus" genannt. Die Romanhandlung findet während sieben Generationen der Buendia - Familie statt. Obwohl keine Daten oder real existierende Ortsnamen vorkommen, ist die Handlung zwischen dem 19. und 20. Jahrhundert in Kolumbien angesiedelt. Der Roman ist weltweit bekannt, zählt zu den am häufigsten übersetzten Werken und ist gleichzeitig eines der meistgelesenen Bücher auf Spanisch.

Ein weiterer bedeutender Roman des magischen Realismus ist Rayuela (Dt.: Himmel und Hölle) von Julio Cortázar. Rayuela, ein strukturell brillanter Roman und kann auf unzählige verschiedene Arten gelesen werden. Er besteht aus 155 Kapiteln, die in drei Teile unterteilt sind: "Von dort", "Von hier" und "Von anderswo". Man kann sich an die übliche Lesereihenfolge halten, d.h. von Kapitel 1 bis zum letzten Kapitel; man kann sich auch an die Lesereihenfolge halten, die Cortázar für jedes einzelne Kapitel vorschlägt: (73 - 1 - 2 - 116 - 3 - 84 - 4 - 71 - 5 - 81 - 74 - 6 - 7 - 8 - 93 - 68 - 9 - 104 - 10 - 65 - 11 - 136 - 12 - 106 - 13 - 115 - 14 - 114 - 117 - 15 - 120 - 16 - 137 - 17 - 97 - 18 - 153 - 19 - 90 - 20 - 126 - 21 - 79 - 22 - 62 - 23 - 124 - 128 - 24 - 134 - 25 - 141 - 60 - 26 - 109 - 27 - 28 - 130 - 151 - 152 - 143 - 100 - 76 - 101 - 144 - 92 - 103 - 108 - 64 - 155 - 123 - 145 - 122 - 112 - 154 - 85 - 150 - 95 - 146 - 29 - 107 - 113 - 30 - 57 - 70 - 147 - 31 - 32 - 132 - 61 - 33 - 67 - 83 - 142 - 34 - 87 - 105 - 96 - 94 - 91 - 82 - 99 - 35 - 121 - 36 - 37 - 98 - 38 - 39 - 86 - 78 - 40 - 59 - 41 - 148 - 42 - 75 - 43 - 125 - 44 - 102 - 45 - 80 - 46 - 47 - 110 - 48 - 111 - 49 - 118 - 50 - 119 - 51 - 69 - 52 - 89 - 53 - 66 - 149 - 54 - 129 - 139 - 133 - 140 - 138 - 127 - 56 - 135 - 63 - 88 - 72 - 77 - 131 - 58 - 131); der Leser kann auch einfach die Reihenfolge auswählen, die er wünscht. So bricht Cortázar mit üblichen Erzählmustern und befreit sich von jeglichen Kompositionsnormen, da der Leser n

Durch Cortázar, befreit sich der Autor von jeglichen Kompositionsnormen des Romans, da sich der Leser, wie bei einer collage, das Kompositionsmodell so zusammensetzt wie er möchte. Wie viele andere lateinamerikanische Autoren arbeitete Cortázar auch an Kurzgeschichten. In diesem Genre sind folgende seiner Werke hervorzuheben, die uns in die magische Welt des Autors entführen: "El perseguidor y otros relatos", "Alguien que anda por ahí", "Historias de Cronopios y Famas” und das Buch "Bestiario".

Mario Vargas Llosa, wurde 2010 mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet und ist ebenfalls einer der einflussreichsten Autoren des lateinamerikanischen Literaturbooms und des Neuen Romans. Seine Werke sind international anerkannt. Er wurde in Lima, Perú, geboren und sein gesamtes Werk hat einen tiefen lateinamerikanischen Beigeschmack, da er die Sprache von Perú besonders pflegt. Der Kurzroman "Los cachorros" ist ein typisches Beispiel für diese reine Ausdrucksweise. Durch "La ciudad y los perros" wurde er weltweit bekannt und genießt heute noch einen sehr guten Ruf, was auf sein produktives und konstantes Schaffen zurückzuführen ist. Zu seinen Werken zählen auch einige Theaterstücke. Er ist Akademiker der Real Academia de la Lengua, welches die maßgebliche Institution für die Pflege der spanischen Sprache ist. Er ist in der peruanischen Politik aktiv und in der spanischen Presse als Kolumnist oft zu lesen. Vargas Llosa ist wahrscheinlich der aktivste Schriftsteller des Literaturbooms des "magischen Realismus'" im letzten Drittel des 20. Jahrhunderts.

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