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Geschichte der lateinamerikanischen Literatur

Lateinamerikanische Literatur: Octavio Paz

Octavio Paz

Octavio Paz ist einer der wichtigsten mexikanischen Schriftsteller. Er ist ein Vertreter der Postavantgarde und extrem vielseitiger Autor, dessen Arbeit mehrere Genres umfasst: Gedichte, Essays und Übersetzungen, unter anderem.

Er wurde 1914 in Mexiko D.F. geboren und begann seine Ausbildung in den USA, wohin seine Eltern während seiner Kindheit gezogen waren. Seine Ausbildung schloss er aber in Mexiko-City ab, wo er das Colegio Francés-Morelos besuchte.

Bereits mit 19 Jahren hatte er sich den Ruf einer der vielversprechendsten Dichtertalente Mexikos erarbeitet. Während der 20er- und 30er-Jahre entdeckte er die europäischen Dichter, wie etwa Antonio Machado, Gerardo Diego und Juan Ramón Jiménez.

1937 schloss er sein Studium an der Nationalen Autonomen Universität von Mexiko ab und zog nach Yucatán um zu arbeiten. Dort lernte er die Probleme der Landbevölkerung und deren Existenzkampf in einer kapitalistischen Gesellschaft kennen. Diese Erfahrung inspirierte ihn zu dem Gedicht Entre la piedra y la flor (1941). Neben dem sozialen Inhalt des Gedichts versuchte er sich mit dem tiefsten Inneren der Menschen auseinanderzusetzen. Er behandelt die Probleme der Beziehungen zwischen Mensch und Natur mithilfe von sprachlicher Symbolik.

Während des Bürgerkriegs bereiste Octavio Paz Spanien und unterstützte die republikanische Seite, wobei die negativen Kriegsereignisse einen großen Einfluss auf sein späteres Werk hatten. In der Folge zeichnete er ein erschreckendes Bild der Lebensbedingungen in Spanien und seiner Heimat Mexiko. Später besuchte er die Berkeley-Universität und begann eine diplomatische Karriere, die ihn in mehrere Länder führte: USA, Frankreich und Indien.

1950 publizierte er seinen wichtigsten Essay, "El Laberinto de la Soledad" (Das Labyrinth der Einsamkeit), ein psychoanalytisch-strukturalistisches Werk, in dem er die Identität und das Wesen der Mexikaner untersucht, um zu ergründen, welche Faktoren sie geprägt haben. Er gelangt bis zu den Wurzeln seines Volkes und entdeckt die versteckten, kulturellen Verbindungslinien der mexikanischen Gesellschaft.

1968, während er diplomatische Funktionen in Indien ausübte, erfuhr Octavio Paz von den niederschmetternden Nachrichten über das, was gerade in seinem Land vorging, wo eine paramilitärische Gruppe und das mexikanische Militär das Massaker von Tlatelolco verursachte. Octavio Paz quittierte aus Protest über diese Ereignisse den diplomatischen Dienst.

Im Jahr 1990 wurde er mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet.

Paz verurteilte abermals die Verletzung der Menschenrechte durch die kommunistischen Regime, was ihm bei der linksorientierten Universitätsgemeinschaft einen schlechten Ruf einbrachte. Seine Haltung gegenüber der neoliberalen und kapitalistischen Regime war nicht weniger strittig. Octavio Paz starb am 19. April 1998 in Mexico-City. Das Haus, wo er starb, war eine Zeit lang Sitz der Stiftung, die seinen Namen trägt. Derzeit befindet sich dort die Nationale Phonothek.

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