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Geschichte der lateinamerikanischen Literatur

Lateinamerikanische Literatur: Das Popol Vuh

Das Popol Vuh

Aus der präkolumbianischen Kultur haben uns nur wenige Texte erreicht, größtenteils, weil die Mehrheit der eingeborenen Völker Amerikas eine schriftliche Übertragung nicht kannten und ihre Legenden und Traditionen mündlich überlieferten.

Als die Spanier nach Amerika kamen, wurden diese Art von Legenden in schriftlichen Texten erfasst. Einer davon, vielleicht der bekannteste Text, ist Das Popol Vuh oder Buch der Gemeinschaft, welches die Traditionen der Mayas zusammenfasst.

Die älteste Version des Popol Vuh, ist eine Transkription in der Quiché-Sprache mit lateinischen Schriftzeichen, die laut Fray Francisco Ximénez von einem unbekannten Autor geschrieben wurde. Einen früheren Text gibt es nicht, auch wenn einige Kritiker annehmen, dass es "ein Buch mit Hieroglyphenmalereien sei, die von Priestern für das Volk interpretiert wurden, um das Wissen über die Ursprünge ihrer Volksgruppe und die Mysterien ihrer Religion am Leben zu halten“ (Delia Goetz).

Fray Francisco Ximénez erkannte die Bedeutung dieses ersten Dokuments, welches, seiner Meinung nach, bis 1701 von der Maya-Quiché-Gemeinschaft versteckt gehalten wurde, und übersetzte es ins Kastilische. Die erste Übersetzung war zu wörtlich und demzufolge verwirrend, so dass er sie neu übersetzte und sie zum zweiten Mal in seiner „Geschichte der Provinz von St. Vincent von Chiapa und Guatemala“ (1722) erschien.

Der Text beschreibt von der Erschaffung der Welt durch die Götter, bis zur Erschaffung der Menschen aus Maiskorn, zentrales Element der mesoamerikanischer Kulturen, und wie diese die Welt erobern.

Heutzutage gibt es Zweifel an der tatsächlichen Urheberschaft des Popol Vuh. Viele der erzählten Legenden sind den Jüdisch-Christlichen sehr ähnlich und einige Kritiker vermuten, dass sie von den Spaniern geschrieben wurden, um die Eingeborenen zu evangelisieren. René Acuña neigt zu dieser Theorie, denn seiner Meinung nach ist "[...], das Popol Vuh ein Buch, welches nach westlichen Konzepten erdacht und ausgeführt wurde. Seine Kompositionseinheit ist derart, dass es sich wohl um einen einzigen Erzählungsübermittler handelt. Und es scheint nicht, als sei dies ein spontaner, autodidaktischer Eingeborener gewesen. [...]." (Acuña, René (1998). Temas del Popol Vuh. México: UNAM, Instituto de Investigaciones Filológicas. Colección: Ediciones especiales, 10).

Trotzdem ist das Popol Vuh weiterhin eine wichtige Quelle aus der Kolonialzeit, die bedeutenden Einfluss auf die späteren lateinamerikanischen Romane hatte.

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