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Geschichte der spanischen Literatur

Spanische Literatur: Das Mittelalter

Das Mittelalter

Durch den Fall des Römischen Reiches unterliegt der gesamte Westen Europas den barbarischen Völkern. Die Kultur gerät in wahre Dekadenz und das Wenige was übrig bleibt wird in den Klöstern, die durch ganz Europa zertreut sind, in Schutz gebracht.

Südlich der Pyrenäen, auf der Iberischen Halbinsel, sieht es anders aus. Hier wird dank der Araber ein höheres Kulturniveau als in den christlichen Reichen aufrecht erhalten. Die Araber hatten die Werke griechischer Autoren in ihre eigene Sprache übersetzt und wurden somit im Westen Europas zu Überbringern der helenischen Kultur.

Cantar de Mío Cid, ein episches Gedicht über einen Helden der spanischen Reconquista, gilt in Spanien als erstes bekanntes literarisches Werk in kastilischer Sprache. Kritikern erschien das fremd, da die literarischen Formen eines Volkes, normalerweise, aus der Lyrik stammen. Nachfolgende Erforschungen ergeben den Fund bestimmter kurzer Gedichte, die sogenannten moaxajas. Innerhalb dieser Gedichte findet man kleine Verse in Mozarabisch vor, die aber mit arabischen Schriftzeichen geschrieben sind. Man bezeichnet sie als jarchas. Es sind die ältesten literarischen Formen, die in Spanien in einheimischer Sprache, aufbewahrt werden.

Die Struktur des moaxaja lautet AA bbbAA cccAA cccAA eee… AAA; AA sind Verse, die in romanischer Sprache geschriebenen sind.

Tanto amare, tanto amare, / habib, tanto amare:
¡Enfermaeron welyos nidios / e dolen tan male!

Vor lauter Liebe, vor lauter Liebe, / Geliebter, vor lauter Liebe:
Erkrankten meine glänzenden Augen / und schmerzen so sehr!

Josef al-Katib

Neben diesen erscheinen die Canciones de Amigo (Freundeslieder), kurze Texte, die Frauen ihren Geliebten vorsingen. Anfangs findet man sie in galizisch-portugiesischer Sprache vor. Mitte des 14. Jahrhunderst schreibt man sie erstmals in kastilischer Sprache.

Es gibt noch eine weitere volkstümliche lyrische Form, der villancico. Es handelt sich ebenfalls um Liebeslieder, die von Frauen gesungen werden. Diese Texte erscheinen in literarischen Dokumenten aus dem 15. Jahrhundert und werden von gebildeten Autoren aus dieser Zeit ausgelegt. Bis zu diesem Zeitpunkt bestand seitens der Überbringer der Kultur kein großes Interesse an dem was das Volk tat. Die neuen Autoren achten jedoch auf die Schönheit dieser kurzen Gedichte.

Literatur aus dem Mittelalter:

  1. Epische Gedichte: Cantar de Mío Cid
  2. Klerikerdichtung: Gonzalo de Berceo
  3. Juan Ruíz, Arcipreste de Hita
  4. Volkspoesie: Romanzen