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Geschichte der spanischen Literatur

Spanische Literatur: Literatur der Nachkriegszeit

Literatur der Nachkriegszeit

Nach dem Bürgerkrieg ist die Aussicht der spanischen Literatur trostlos. Es gibt einen klaren Bruch mit der Tradition der 30er Jahre.

Unter der Diktatur von General Franco wurden jegliche kulturellen Erneuerungen, die in den 30er Jahren vorgenommen wurden, verboten und bis zu den 50er Jahren ist in dieser Hinsicht auch keine Veränderung zu sehen.

1942 erscheint La Familia de Pascual Duarte von Camilo José Cela. Es ist ein existentialistisches Werk mit dem uns der Autor das Leben von Pascual Duarte in autobiografischer Form schildert. Es ist ein tragischer Roman bei dem die Hauptfigur ein fatales Schicksal erleidet. Er mischt die Tradition des Schelmenromans, bei der die Hauptfigur uns ihr Leben von Geburt an und bis zu seinem Tode schildert, und die Tradition des gefundenen Manuskripts.

Nada von Carmen Laforet ist in diesem gleichen Stil geschrieben, dem sich auch einige Werke von Delibes, wie Las Ratas, anschließen können. Diese Werke zeigen ein durch den Krieg zerstörtes Spanien; Menschen die ohne eine klare Zukunft um ihr Überleben kämpfen.

In den 50er Jahren öffnet sich Spanien dem Ausland. Es tritt den Vereinten Nationen bei und, im Gegenzug dazu, werden nordamerikanische Stützpunkte auf spanischem Boden errichtet. Der erste Massentourismus aus dem Norden Europas erreicht Spanien. Es verändern sich die spanischen Gewohnheiten und durch den Tourismus erscheinen neue demokratische Ideen. Die Bevölkerung zieht großteils vom Land in die Stadt, was eine Entwurzelung der Menschen und Anpassungsprobleme in den städtischen Vororten zur Folge hat. Der gesellschaftliche Realismus erscheint in Werken wie La Colmena (Der Bienenstock) von Camilo José Cela. Es wird das Leben einer spanischen Stadt der Nachkriegszeit beschrieben. Da sich die intellektuelle Szene allmählich setz, kommen in dieser Zeit neue Autoren zum Vorschein, wie z.B.: Ana Mª Matute, Ignacio Aldecoa, Jesús Fdez. Santos, Juan Goytisolo, Rafael Sánchez Ferlosio, Carmen Martín Gaite und Juan García Hortelano.

Es sind Romane, die in einem einfachen Erzählstil geschrieben sind. Die kritische Haltung ist wichtiger als die formelle Struktur eines Werkes. La Colmena, zum Beispiel, war der Entwurf eines größeren Werkes, welches sozusagen unvollständig von Cela veröfftentlicht wurde.

Die kritischen Werke von Antonio Buero Vallejo aus dieser Zeit sind besonders hervorzuheben. Die Darstellung der gesellschaftlichen Realität aus dieser Zeit ist das Hauptthema seiner Theaterstücke: Historias de una Escalera (Treppengeschichten) und Las Meninas (Die Hofdamen).

Es gibt eine parallele Literatur im Exil von Autoren, wie z.B. Max Aub, Ramón J. Sénder oder Francisco Ayala. Sie schreiben Romane in denen sie über ihre Erinnerungen an Spanien erzählen. So schreibt Sénder z.B. Réquiem por un campesino español (Requiem für einen spanischen Bauern) und seine Biographie Crónica del Alba (Kronik aus dem Morgengrauen). Unter diesem Titel beschreibt er sein Leben seit seiner Kindheit. Die Hauptfigur José Garcés ist Ramón José Sénder Garcés selbst. Er erzählt seine eigene Geschichte, von der Zeit vor dem Bürgerkrieg bis zu seiner Gefangenschaft im Konzentrationslager. Er benutzt den Erzählstil eines Zeugen, um einen Realismus wiederzugeben, der auch fiktive Elemente enthält. Der Autor Ramón Sénder spricht mit José Garcés in einem Konzentrationslager, wo dieser ihm seine Geschichte erzählt. Auf diese Weise kann sich der Autor von der Geschichte distanzieren und fiktive Elemente einführen.

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