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Flamenco: Gesang, Tanz und Gitarre


Flamenco ist eine authentische spanische Kunst und um genau zu sein eine echte südspanische Kunst. Flamenco hat drei Formen: Cante, das Lied, Baile, der Tanz, und Guitarra, die Gitarre. Die Zigeuner werden oft als sein Ursprung bezeichnet und es gilt auf jeden Fall als sicher, dass sie eine wichtige Rolle bei seiner Begründung spielten. Die beliebten Lieder und Tänze aus Andalusien haben den Flamenco auch merkbar beeinflusst.

Es gab sicher noch andere Einflüsse, da Spanien in der Vergangenheit von verschiedenen Kulturen und Zivilisationen beherrscht wurde. Da waren zum Beispiel die legendären Tartessonen und dann die Mauren, die 7 Jahrhunderte lang blieben. All dies hinterliess Spauren und beeinflusste direkt oder indirekt den Flamenco.

Das erste Mal, dass der Flamenco in der Literatur erwähnt wurde, war in den "Cartas Marruecas" von Cadalso, im Jahre 1774. Wahrscheinlich wurde dort Flamenco auch geboren. Zwischen 1765 und 1860 wurden die ersten Flamencoschulen gegründet: Cádiz, Jerez de la Frontera und Triana (Sevilla).
In diesem Zeitraum begann der Flamenco sich in den Ballsälen zu etablieren. Der frühe Flamenco bestand nur aus singen und rythmischem Klatschen der Hände (toque de palmas). Erst mit Komponisten Julián Arcas wurde das Gitarrenspielen hinzugefügt.

Während des goldenen Zeitalter (1869-1910) entwickelte sich Flamenco in den damaligen Musikcafés (cafés cantantes) zu seiner definitiven Form. Die ernsteren Lieder, die tiefere Gefühle (cante jondo) ausdrücken, stammen aus dieser Zeit.

Der Flamencotanz erreichte bald darauf seinen Höhepunkt und wurde die Hauptattraktion für die Besucher dieser Cafés (cafés cantantes). Gitarrenspieler, die die Tänzer begleiteten, gewannen auch immer mehr an Bedeutung.

Der Flamencogesang wurde zwischen 1910 und 1955 von der Ópera Flamenca mit leichter Musik wie fandangos und cantes de ida y vuelta geprägt. Letzeres zeigte auch deutliche lateinamerikanische Einflüsse.

Von 1915 an fanden Flamencoshows überall auf der Welt statt. Aber nicht alle waren mit dieser Entwicklung zufrieden und Intellektuelle wie Falla organisierten 1922 in Granada einen Wettbewerb, um die authentische Form cante jondo zu bewerben.

1955 begann eine Flamenco Renaissance, wobei der Künstler Antonio Mairena eine Schlüsselrolle spielte. Hervorragende Tänzer und Solisten fanden bald ihren Weg von den kleineren tablaos (Nachfolger der cafés cantantes) zu den grossen Theatern und Operhäusern. Auch die Gitarrenspieler wurden immer berühmter und besser.

Momentan zeigt Flamenco oft Einflüsse aus anderen Musikrichtungen wie Jazz, Salsa, Bossa Nova etc. Auch der Flamencotanz hat sich verändert, besonders weil die weiblichen Tänzerinnen heutzutage eher ihr Temperament als ihre Kunstfertigkeit zur Schau stellen wollen. Die Flamencomusik, die zuerst nur dazu gedacht war, um die Tänzer zu begleiten, ist eine eigene Kunstform geworden, wobei der Virtuose Paco de Lucia der Pionier dieser Entwicklung war.

Die Medien haben Flamenco auf die Bühnen dieser Welt gebracht, aber Flamenco war und wird immer eine intime Form der Musik sein. Du musst Flamenco mit einer kleinen Gruppe Freunde anhören, zu Mitternacht, irgendwo im Süden Spaniens, wo es dann nichts gibt ausser den Gesang, die Gitarre und den Körper des Tänzers, der sich im Mondlicht bewegt.