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Der Garten von Hesperides


Hesiod - ein griechischer Poet aus dem 8. Jahrhundert vor Christus - schrieb über die legendären Gärten von Hesperydes. Die Geschichte beginnt mit Atlas.

Atlas war ein Gigant, ein Sohn des Titans Japeto. Die Titanen wurden von Zeus vernichtet, dem König der Götter, der sie aussredem auch in die Tartarus - die Hölle -schickte. Einigen Meinungen zufolge verdammte Zeus Atlas dazu, das Himmelsgewölbe auf seinen Schultern zu tragen. Andere glauben, dass ein wütender Perseus ihm den Kopf der Medusa zeigte und ihn daher in einen hohen Berg verwandelte, der den Himmel stützte. Wie auch immer, Atlas musste jedenfalls den Himmel über der Meeresenge von Gibraltar stützen.

Atlas hatte 3 Töchter, die Hesperydes: Egle, Eritia und Aretusa. Die drei lebten im westlichsten Land der Welt, einigen wundervollen Inseln im atlantischen Ozean, einem Garten Eden, wo das Wetter immer mild war und goldene äpfel an den Bäumen hingen. Die Göttin Gea (Mutter Erde) liess diese äpfel als ein Hochzeitsgeschenk für die Königin und den König der Götter, Hera und Zeus, wachsen.

Die Hesperyden kultivierten den Garten, aber ein grimmiger Drachen bewachte ihn. Er hiess Ladon und hatte hundert flammenspuckende Köpfe.

Herkules -auch Herakles genannt-, der grösste Held der Antike, musste 12 sehr schwierige Aufgaben erledigen, die fast unmöglich lösbar waren, die "12 Aufgaben des Herkules". Aufgabe Nummer 11 bestand aus dem Diebstahl eines der goldenen äpfel der Hesperyden.'

Herkules fand Atlas, den Himmel haltend, nahe des Ozeans, im Gebirge, das heutzutage Atlas (Marroko) heisst. Weil der Drachen von Hesperydes Atlas kannte, überzeugte Herkules ihn, zu den Inseln zu gehen und die äpfel zu klauen, während er für ihn den Himmel weiter stützen würde. Atlas ging zum Garten, in den er eintreten konnte, weil der Drache ihn erkannte, brachte das Monster um, stahl die goldenen äpfel und kehrte zum Platz zurück, wo Herkules auf ihn wartete. Atlas, müde von seiner Aufgabe, hatte vor, Herkules mit der Last auf seinen Schultern allein zu lassen, aber der Held schaffte es, ihn zu überlisten. Er übergab ihm die Last wieder und floh mit den äpfeln.

Und der Garten der Hesperyden? Verlor er seine goldenen äpfel für immer? Nein! Sie wurden schliesslich wieder zur Insel zurückgebracht, da sie der Göttin Athena überreicht worden waren, die sie wieder an die Gärtnerinnen, die Hesperyden, zurückgab.

Was Ladon angeht, den Aufpasserdrachen, der von Atlas umgebracht wurde… er lebt weiter in seinen Kindern, den Drachenbäumen. Der Legende zufolge bedeckte das Blut aus den Wunden des Drachens den ganzen Garten. Ein Drachenbaum wuchs aus jedem einzelnen Bluttropfen. Drachenbäume -dracaena drago- haben massive Stämme, aus einigen gedrehten Zweigen wachsen, den hundert Köpfen von Ladon. Wenn ein Stück Rinde oder ein Zweig gebrochen ist, "bluten" die Bäume mit einem dunkelroten Pflanzensaft, der "Drachenblut" genannt wird, und den man für medizinische Zwecke verwenden kann. Drachenbäume wachsen langsam, aber sie können einige Jahrhunderte überleben. Es gibt ein Exemplar in de los Vinos -Teneriffa- das "der 1000 Jahre alte Drachenbaum" genannt wird.

Die Guanches, die Ureinwohner der Kanaren, massen den Plätzen, wo diese Bäume wuchsen, besondere Bedeutung und Energie zu. Heutzutage ranken sich noch immer einige Legenden der kanarischen Folklore um den Drachenbaum, der alleine an einem Abhang oder einer Klippe wächst.

Wenn der Reisende die Kanaren auf dem Seeweg erreicht, kann er die verschwommene Form des Teides über den Wolken sehen, lange bevor er auf den Inseln ankommt. Wenn wir uns vorstellen, wie es aussah, als der Vulkan ausbrach, sollten wir die Legende des feuerspuckenden Drachen verstehen, der den wundervollen Garten, wo die goldenen äpfel wuchsen, bewachte…